Therapieverfahren

 

Wann brauchen Kinder und Jugendliche psychotherapeutische Hilfe?

Das Heranwachsen von Kindern und Jugendlichen bedeutet Reifen, Wachstum und Entwicklung. Einige dieser natürlichen Entwicklungsschritte können von Krisen oder Störungen begleitet sein, die im Laufe der Zeit von alleine überwunden werden. Erst wenn Störungen anhalten, so dass das Kind/der Jugendliche seine Entwicklungsaufgaben nicht mehr bewältigen kann und starke, andauernde Konflikte und Belastungen in der Familie, im Kindergarten oder in der Schule bestehen, ist es wichtig, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Eine psychische Störung kann durch äußere Ereignisse hervorgerufen werden, die zur Veränderung des bisherigen Gleichgewichts in der Familie und im Erleben des Kindes bzw. Jugendlichen führt, wie z.B. Trennung der Eltern oder Neuzusammensetzung der Familie, Krankheit und Verlust, Wohnortwechsel oder Geburt eines Geschwisters. Aber auch die anstehenden inneren Entwicklungsschritte können als schwer zu bewältigende Aufgaben erlebt werden.
Eine rechtzeitige psychotherapeutische Unterstützung kann dabei helfen, eine Entlastung zu erzielen und danach Zeit für tiefer gehende Veränderungen in einem geschützten Rahmen zu erwirken.

 

Was ist tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie?

Kinder

Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie entwickelte sich aus der Psychoanalyse und geht ebenso wie diese davon aus, dass sich hinter Krankheitssymptomen unbewusste seelische Probleme und Konflikte verbergen. Der Kinderpsychotherapeut unterstützt das Kind dabei, diese Konflikte und Probleme auszudrücken, zu verstehen und zu bewältigen. Dazu hält er für seine jungen Patienten ein Angebot an Spiel- bzw. Gestaltungsmaterialien bereit. Das freie Spiel versteht er als symbolische Mitteilung von Phantasien und Gedanken, die das Kind beschäftigen, ohne dass es sie bewusst denkt und über sie in Worten berichten kann. Statt Spielzeug kann der Therapeut auch selbst als Mitspieler fungieren oder Kind und Therapeut sprechen miteinander. Dabei können Kinder neue Problemlösungen entwickeln, weil ihnen die Beziehung zum Psychotherapeuten die nötige Sicherheit gibt, um ihre Gefühle, Sorgen und Wünsche auszudrücken und sich selbst mit ihrer inneren Welt besser zu verstehen.

Jugendliche

Jugendliche befinden sich in einer Lebensphase, in der sie sich schnell entwickeln und viele neue Herausforderungen meistern müssen. Wenn die Belastungen zu groß sind und zu anhaltenden Problemen führen, kann ein Psychotherapeut ein Ausweg sein. Er kennt sich damit aus, wie es ist, wenn man Probleme, Kummer und Nöte hat. Die Therapie unterstützt den Jugendlichen dabei, seine inneren Konflikte und Probleme auszudrücken, zu verstehen und zu bewältigen. Bei Jugendlichen geschieht dies in der Regel unmittelbar im therapeutischen Gespräch, es stehen jedoch auch Spiele und Gestaltungsmaterialien zur Verfügung. Ebenso kann die Arbeit an Träumen ein wichtiger Bestandteil der therapeutischen Arbeit sein.

Elternarbeit

Da Kinder und Jugendliche in ihr Familiensystem eingebunden sind, sind auch begleitende Gespräche mit den Eltern bzw. Bezugspersonen ein wichtiger Bestandteil der Therapie. Eltern finden Hilfe und Unterstützung und können durch ihre Mitarbeit entscheidend zum Erfolg der Therapie beitragen.

 

Anlässe, psychotherapeutische Hilfe zu suchen, können u. a. sein:

Ängste, Depressionen, seelischer Rückzug
Unruhe und Aufmerksamkeitsstörungen
Auffallend aggressives Verhalten
Kontakt- und Beziehungsstörungen
Konzentrations-, Lern- und Arbeitsstörungen
Einnässen oder Einkoten
Essstörungen wie Magersucht, Bulimie, Adipositas
Körperliche Schmerzen ohne medizinischen Befund
Einschlaf- und Durchschlafstörungen, Albträume
Anpassungsstörungen (z.B. bei Trennung, Umzug, Verlust)
Selbstverletzendes Verhalten, z.B. Ritzen